Eisenbahn-Viadukt Chaumont (F)


 

Le Viaduc de Chaumont

Man stößt auf das Bauwerk beim Verlassen der Stadt Chaumont (Frankreich) in Richtung Auxerre. Alle Bilder habe ich im Juli 2004 aufgenommen.

Jeder fünfte Pfeiler ist verstärkt ausgeführt worden, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe. Die Achsmaße der Normalpfeiler betragen 11,53m, die der Aussteifungspfeiler 59,75m. Am Kopf nehmen die Pfeiler auf einer Breite von 8,20m ab. Der Viadukt steigt mit 0,6% zur Stadt hin an. Zum 01.01.1857 sollte die Linie Paris-Mühlhausen (Elsaß) in Betrieb gehen. Die exponierte Lage der Stadt auf einem Bergrücken zwischen dem Marne- und Suize-Tal erschwerte die Linienführung und die Anlage des Bahnhofs in der Nähe des Stadtzentrums.

Nach der Ausarbeitung von insgesamt sieben Trassierungsvorschlägen seit 1845, erlaubte die Lösung des Ingenieurs Eugene Decomble eine Verkürzung dieser internationalen Strecke um 1.500m und eine zentrumsnahe Lage des Bahnhofs bei Ausführung des 600m langen Viadukts. Die Entscheidung für den Bau fiel am 24.03.1855. Am 21.08.1855 wurde mit dem Bau des Gründungsmauerwerkes begonnen. Nach 18 Tagen der Aushärtung des Mörtels für den letzten Bogenschluss, überquerte am 25.11.1856 die erste Lokomotive das Tal. Am 18.04.1857 wurde die Brücke offiziell eingeweiht.

Rund 60.000m³ Mauerwerk wurden von bis zu 2.500 Arbeitern, darunter 400 Maurern, in zehn Monaten verarbeitet. Die monatliche Höchstleistung erreichte etwa 8.600m³ im Juli 1856, nachdem nach anfänglichen Schwierigkeiten die Baustelle umorganisiert worden war. Mit 300 Pferden wurden die harten Kalksteine aus Brüchen der Umgebung herbeigeschafft und an Ort und Stelle behauen.

 

Die seinerzeit rechnerische Ausnutzung der Kalksteine erreichte nicht mehr als 1N/mm². Dies war die von Decomble dem Stein zugemutete Beanspruchung unter Gebrauchslast; sie sollte etwa 1/15 der Druckfestigkeit nicht übersteigen. Im August 1944 wurden drei Pfeiler von den deutschen Truppen herausgesprengt. Der Viadukt wurde wieder aufgebaut und dient heute dem normalen Eisenbahnverkehr der SNCF.

 

 

Bauwerksdaten

 Bau:  1855-1856
 Spannweite:  9,50m lichte Weite in den oberen Bögen
 Gesamtlänge:  600m
 Breite:  8,20m an den Pfeilerköpfen
 Höhe:  50m
 Gewölbebögen:  50
 Ingenieur:  Eugene Decomble