Kirche in Mogno (TI) von Mario Botta


 

 

Während unserer Alpen-Motorradtour 2002 fuhren wir auch ins Val Maggia. Auf dem Weg liegt Fusio mit der mittlerweile bekannten, architektonisch ungewöhnlichen Kirche San Giovanne Battista von M. Botta. Sämtliche nachfolgenden Bilder habe ich dort im Jahr 2002 aufgenommen.

 

 

Die Botta Kirche in Mogno

 

Am 25. April 1986 zerstörte eine große Lawine ein Dutzend Häuser und die kleine Kirche von Mogno, (Fraktion von Fusio), zu jenem Zeitpunkt glücklicherweise unbewohnt. Einmal mehr zeigte sich die Unberechenbarkeit und Unbändigkeit der Natur. Die Lawine von Mogno gab wegen der großen Verwüstung, die sie anrichtete, viel zu reden. Noch mehr zu diskutieren aber gab und gibt das Projekt des bekannten Tessiner Architekten Mario Botta aus Lugano, der beauftragt wurde, die dem Heiligen Johannes dem Täufer gewidmete Kirche neu zu erbauen. Um die Botta-Kirche haben sich zwei entgegengesetzten Meinungen gebildet: die Einen sind der Überzeugung, dass das Botta-Werk an diesen Ort eine eigentliche Verschandelung, eine unerträgliche Provokation oder jedenfalls ein unnötiges Werk ist; die Anderen sind nicht nur mit dem Projekt einverstanden, sondern erachten dieses Werk als geniale "Antwort" auf die Lawine. Was auch immer man von diesem Projekt halten mag, die Kirche ist einen Besuch wert. Auf elliptischem Grundriss und in sich abwechselnden Schichten aus Peccia-Marmor und Vallemaggia-Granit aufgebaut, ist die Kirche mit Eisen und Glas überdacht. Zweifelsohne bietet sich hier die Gelegenheit, sich über den Baustil in einer alpinen Umgebung seine Gedanken zu machen. (Text aus: www.vallemaggia.ch - für den Inhalt gelinkter Seiten keine Haftung)

 

 

 

 

 

 

Fusio

 

Politische Gemeinde, Kanton Tessin (TI), Bezirk Vallemaggia. Seit 1936 gehört zu Fusio auch der Weiler Mogno. Fusio liegt auf 1289 m und ist das letzte Dorf des Maggiatals, 46 km von Locarno entfernt. Bis 1374 gehörte Fusio zum ungeteilten Gebiet der Talschaft (comunità) Lavizzara. 1258 Fuxio. 1799 257 Einw.; 1850 236; 1900 161; 1950 136; 1990 37; 2000 45. Die Einwohnerzahl erreichte im 16.-17. Jh. ihren Höchststand (400-500 Einw.), aber bereits gegen Ende des 18. Jh. begann ein langsamer Rückgang, der sich nach 1950 wegen des Wegzugs in die Städte drastisch beschleunigte. Die Überalterung der Bevölkerung ist sehr groß. Die 1455 geweihte Kirche Beata Vergine Assunta war bis zum 16. Jh. Filialkirche von Sornico. Sie wurde später mehrere Male umgebaut, hauptsächlich im 17. Jh. Viehzucht, Weide- und Waldwirtschaft waren die hauptsächlichen Tätigkeiten der Einwohner. Die Gemeinde besaß ausgedehnte Weiden und Alpen, was die verhältnismäßig geringe Zahl von Auswanderern nach Übersee erklärt. Bis in die 2. Hälfte des 19. Jh. wurde in zwei Gruben auf Gemeindegebiet Lavez (Speckstein) gewonnen. Heute ist nur noch ungefähr die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung im 1. Sektor tätig. Durch die Anlage des Stausees im Sambuco-Tal (1950 - 1956) sind die Weideflächen verringert worden. Ab den 1980er Jahren wurden viele Ferienhäuser und ein Gasthof gebaut.

 

 

 

 

 

 

 

Der Weiler Mogno besaß im 17. Jh. 50 Feuerstellen, 1801 zählte er noch 40 Einwohner. Heute ist er nicht mehr ganzjährig bewohnt und dient lediglich als Feriendörfchen. Bis 1936 gehörte Mogno als Anteil von Peccia zum Gemeingut der vier Gemeinden Fusio, Peccia, Prato und Sornica. Die Kirche San Giovanni Battista Decollato aus dem Jahre 1626 war zunächst Filialkirche von Peccia, gegen Ende des 17. Jh. wurde sie zur Pfarrkirche. 1940 erfolgte ihre Eingliederung in die Pfarrei Fusio 1986 wurde die Kirche durch eine Lawine zerstört. Der Neubau von Mario Botta fand nach 10-jähriger Planungs- und Bauarbeit 1997 seinen Abschluss. Die Errichtung des bereits zur Sehenswürdigkeit gewordenen Bauwerks war von einer kritischen Debatte begleitet. (Text aus: Historisches Lexikon der Schweiz - www.snl.ch - für den Inhalt gelinkter Seiten keine Haftung)